Alles über dein Ejakulat

Ein Blick in die Statistik zeigt, dass man seine Bettwäsche doch häufiger waschen sollte: Zwischen 28 und 47 Liter Sperma ejakuliert der durchschnittliche Mann zwischen dem 15. und 60. Lebensjahr mit insgesamt 350 bis 500 Milliarden Spermien. Wenn es in nicht auf dem Laken landen sollte, dann im Kondom, in der Kloschüssel oder im aufgerollten Socken.
Sperma ist ein ganz besonderer Saft: Während bereits Säuglinge einen Ständer bekommen können, beginnt die Produktion von Sperma in der Regel erst mit dem Einsetzen der Pubertät. Du produzierst übrigens selbst dann Sperma, wenn du mehrere Monate keinen Sex hast oder dir lange Zeit keinen runterholst. Oft spritzt du eines Nachts überraschend im Schlaf ab - dein Körper entledigt sich dann der Spermien, die länger als zehn Tage reif sind.
Zwei bis sechs Milliliter schießen im Durchschnitt beim Orgasmus aus deinem Schwanz heraus, wobei ein Milliliter im Durchschnitt sage und schreibe zwischen 20 und 30 Millionen Spermien enthält. Nur ein halbes Prozent des gesamten Ejakulats setzt sich dabei aus Spermien zusammen, der Rest ist Samenflüssigkeit, die in deinen Hoden und Nebenhoden, in den Samenbläschen und von der Vorsteherdrüse produziert werden.

Das frische Ejakulat selbst ist milchig-trüb und leicht glänzend. Gelegentlich, etwa wenn du lange nicht abgespritzt hast, findest du gelbe Pigmente (so genannte Flavine). Unter UV-Licht wiederum leuchtet Sperma bläulich, was für die Gerichtsmedizin von Bedeutung ist. Es riecht ein wenig wie Moschus und ist mit glasigen, klebrigen Fäden sowie kleinen Körnchen durchsetzt.
Der so genannte Wollusttropfen, der schon in der Erregungsphase aus dem Schwanz tropft, ist keine "Kostprobe" des eigentlichen Ejakulats. Dieses schleimige Sekret haben die Cowperschen Drüsen vorgeschossen, um Harnreste zu neutralisieren. Anders als Sperma gilt Wollusttropfen als ungefährlich, was eine Infektionsgefahr mit HIV betrifft.
Sperma besteht zu über 90 Prozent aus Wasser, der Rest ist jedoch ein dichter Nährstoffmix. Ein Liter enthält unter anderen 249 Milligramm Kalzium, 291 Milligramm Magnesium und 35 Milligramm Vitamin C. Allerdings solltest du die Vitaminaufnahme nicht dem Genuss von Sperma überlassen: Zum einen besteht die Gefahr, dass du dich beim Schlucken der milchigen Flüssigkeit mit HIV infizierst, zum anderen müsstest du über zwei Liter Sperma trinken, um die empfohlene Tagesdosis an Vitamin C aufzunehmen. Selbst der potenteste Mann kann nicht soviel liefern: Pro Höhepunkt pumpt ein Mann lediglich 3,5 Milligramm aus dem Organ. So rein theoretisch ist es ganz amüsant zu wissen: Ein Ejakulat deckt sieben Prozent des täglichen Bedarfs an Kalium und immerhin drei Prozent an Zink. Und das bei nur wenigen Kalorien. Allerdings enthält Sperma auch 0,64 Gramm Cholesterin pro Liter.

Meist landet Sperma im Kondom oder der Kloschüssel. Den meisten ist jedoch nicht klar, was für einen Schatz sie so mir nichts, dir nichts entsorgen. Sogar gegen den salzigen Geschmack gibt es ein Mittelchen.
Der harsche Geschmack ist für viele jedoch ein Manko. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten hat sich diesem Problem angenommen: Seit Oktober 2000 vertreibt eine Firma aus Arizona ein mittlerweile patentiertes Mittel, das bei regelmäßiger Einnahme dem Sperma einen süßlichen Geschmack verleihen soll. Schleckmäuler müssen allerdings tief in die Tasche greifen: 30 Rationen des Mittels Semenex kosten 68,95 Dollar (rund 58 Euro).
Ärzte in den USA empfehlen gar, Sperma zu schlucken. Besonders Frauen könnten von gesundheitlichen Vorteilen profitieren. Denn damit ließe sich die Gefahr von Eileiterkrebs, Depressionen und Akne verringern. "Um positive Effekte zu erzielen, muss man Sperma regelmäßig einnehmen", so Dr. Jane Greer, "Sexpertin" eines amerikanischen Lifestyle-Magazins. Man müsse jedoch immer sicherstellen, dass der Partner auch gesund ist, da durch Schlucken auch Geschlechtskrankheiten wie HIV übertragen werden können. Daher ist es für promiske Schwule auch nicht ratsam, das Sperma ihrer Partner aus gesundheitlichen Gründen zu konsumieren.

Die Deutsche Aids-Hilfe warnt auf ihrer Website: "Blasen, Lecken oder Lutschen birgt ein Risiko, wenn Sperma in den Mund der des Partners gelangt."
©queer.de
helix - 4. Mrz, 09:00
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