Schrecken ohne Worte

Heute vor 118 Jahren wurde das größte Monster des 20. Jahrhunderts geboren. Im österreichischen Braunau am Inn erblickte er das Licht einer untergehenden Welt und kam in Berlin durch Suizid ums Leben – leider viel zu spät!
Auf seine Kappe geht eine Ära, die fortan prägend war und ist für die Deutsche Geschichte und die Deutsche Bevölkerung. Zum Glück bewegen wir uns langsam aus seinem immer noch andauernden Schatten in eine neue Deutsche Identität.

Adolf Hitler, Parteichef der NSDAP, Reichskanzler, Regierungschef, Staatsoberhaupt und Führer errichtete mit den Nationalsozialisten im Deutschen Reich die Diktatur des „Dritten Reiches“.
Hitler sah Homosexualität als ein „entartetes“ Verhalten, das die Leistungsfähigkeit des Staates und den männlichen Charakter des deutschen Volkes bedrohe. Schwule Männer wurden als „Volksfeinde“ denunziert. Schwule, die sich nicht anpassten und ihre sexuelle Orientierung wechselten, sollten in Konzentrationslager geschickt werden, um sie durch Arbeit umzuerziehen oder zu vernichten.
Die Naziverfolgung schwuler Männer vollzog sich primär über die 1935 erfolgte entgrenzende Verschärfung des Paragraphen 175 des Reichsstrafgesetzbuches (RStGB). Im „Dritten Reich“ wurden über 100.000 Männer polizeilich erfasst (Rosa Listen), 50.000 Urteile ergingen aufgrund von § 175 und §175a RStGB, eine unbekannte Zahl wurde in psychiatrische Anstalten überwiesen. Hunderte schwuler Männer wurden auf gerichtliche Anordnung hin kastriert.
Zudem galten die Nazi-Paragraphen 175 und 175a in der Bundesrepublik Deutschland und in der DDR nach der Befreiung vom Nationalsozialismus fort (unverändert in der BRD bis 1969, mit gewissen Modifikationen in der DDR bis 1968).

Die Schätzungen hinsichtlich der Zahl der schwulen Männer, die während der Zeit des Nationalsozialismus in den Konzentrationslagern ermordet wurden, variieren erheblich. Die verlässlichsten Zahlen stammen bis heute von Rüdiger Lautmann, der nach Recherchen in Arolsen eine Zahl von 5.000 bis 15.000 in Konzentrationslager verschleppte homosexuelle Männer schätzte, von denen etwa 60 % dort ermordet wurden.
Im Berliner Nollendorfplatz erinnert ein steinerner Rosa Winkel an die homosexuellen Opfer der Nazis. In Wien soll das Mahnmal für homosexuelle NS-Opfer 2007 eröffnet werden. Im Jahr 2002 hat sich der Deutsche Bundestag offiziell bei den homosexuellen Opfern des Nazi-Regimes entschuldigt. Nach einem Wettbewerb soll im Berliner Tiergarten gegenüber dem Holocaust-Mahnmal bis 2007 ein Denkmal für die im „Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen“ errichtet werden.
helix - 20. Apr, 09:00
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